Nowruz – ein prä-islamisches Relikt

nowruzNowruz ist eines der beliebtesten Feste in großen Teilen der islamischen Welt – es geht dem Islam jedoch um Jahrtausende vorraus. Es hat seinen Ursprung im antiken Iran, war heiligstes Fest der zoroastrischen Religion, ist möglicherweise aber sogar noch älter. Es feiert den Beginn des Frühlings am Äquinoktium und für die iranische Zivilisation auch das Neujahr.
Unter dem Islam wurde das Fest nicht verboten, sondern verbreitete sich sogar noch und wird heute besonders bei iranischen Völkern, zentralasiatischen Turkvölkern und vielen schiitischen Gruppen sowie bei Zoroastriern und Bahá’i gefeiert und ist in 12 Staaten ein gesetzlicher Feiertag. Innerhalb der islamischen Welt grenzt Nowruz den iranisch-türkischen Kulturkreis von den arabischen, afrikanischen und malaiiischen Kulturen ab, wo Moslems das Fest nicht feiern. Als wichtiges Symbol kurdischer Identität wurde das Fest auch teilweise von der türkischen Regierung unterdrückt. Widerstand kam auch von islamistischen Gruppen wie den iranischen Ajatollahs oder den Taliban, welche erfolglos versuchten das „heidnische“ Fest zu verdrängen. Aufgrund seiner langen Geschichte und weiten Verbreitung wurde es auch von der UNESCO als (immaterielles) Weltkulturerbe anerkannt.

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